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Das Sexleben der Päpste, Nigel Cawthorne

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834670  Nigel Cawthorne


Das Sexleben der Päpste


Gattung: Buch | Sonderausgabe

Vielweiberei, Sodomie und Inzest waren noch harmlose Laster der Päpste, deren Bibel-Studium sich offenbar auf die deftigen Stellen beschränkte. 'Anschaulich und in antiklerikaler Wonne am Detail ... schildert Cawthorne, was selbst Kennern des päpstlichen Intimgebarens in dieser Pikanteriefülle bislang nicht bekannt war.' (Der Spiegel)


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DER SPIEGEL 11/1997

Mit dem Alter kommt beim Manne oft die Impotenz. So verhielt es sich auch bei Honorius II., dessen Triebleistung bis zum Schwinden seiner Lendenkraft ehrfurchtheischend war - bei Frauen wie bei Knaben, und selbst dem Tierreich versagte sich der Heilige Vater nicht.

Zwangshalber keusch geworden, dekretierte Honorius, dass fortan alle Diener des Herrn ebenfalls Enthaltsamkeit zu ueben haetten. Die naemlich opferten damals eifrigst am Altar der Liebe - wie etwa der Kardinal Crema, den der Pontifex 1126 nach England sandte, um dort den paepstlichen Sex-Bann durchzusetzen.

Kaum angekommen, eilte er einem Londoner Puff zu, wo man den Kardinal "nudatus usque ad unguem" fand - "nackend bis hin zu den Fingernaegeln" auf einem Freudenmaedel, das im selben Zustand der Entbloessung war.

Dem daraufhin anhebenden Spottgedroehn der insularen Geistlichkeit, die den Sendboten aus Rom hinterhaeltig hatte observieren lassen, begegnete der Kardinal mit dem Hinweis: Er habe noch nie seiner Schwester beigewohnt und somit als keusch zu gelten; zudem sei er ohne seine Kurtisanen angereist - eine zwiefache Askese, die sich andere Kardinaele nie und nimmer auferlegen wurden.

So anschaulich und mit antiklerikaler Wonne am Detail schildert der britische Autor Nigel Cawthorne, was selbst Kennern des paepstlichen Intimgebarens in dieser Pikanteriefuelle bislang nicht bekannt war -
wie zum Beispiel die Tatsache, dass

- Papst Innozenz I. (401 bis 417) sich ausnahmslos an praepubeszenten Maedchen vergnuegte, waehrend Sixtus III. (432 bis 440) die reifere Nonnenschaft an seiner Manneskraft teilhaben liess;

- Papst Johannes XII. (955 bis 963) in der Peterskirche ein Bordell betrieb - bis er beim Koitalvollzug vom Ehemann einer seiner vielen Buhlerinnen erstochen wurde;

- Papst Paul II. (1464 bis 1471) sich am Folterschmerz von nackten Maennern erregte, bevor er es mit seinen Lustknaben trieb - er schied durch mors in paedicatio, den Tod beim Verkehr zwischen Mann und Mann;

- Papst Gregor XVI- (1831 bis 1846) die Frau seines Barbiers neben seinen Privatraeumen einquartierte - ihre sieben Kinder waren die wahrscheinlich letzten von vielen, die ihr irdisches Dasein paepstlichen Keimdruesen verdankten.

Was Cawthorne sonst noch so alles aus dem Intimschlick der vatikanischen Vergangenheit hervorgewuehlt hat, gibt den Vorurteilen neue Nahrung, die fehlgeleitete Seelen seit jeher gegenueber der katholischen Kirche hegen. Kleriker konservativer Observanz hingegen duerfte bei der Lektuere von Cawthornes kuerzlich erschienener Sittengeschichte des Papsttums unheiliger Zorn ueberkommen .

Wesentlich aelter hingegen ist der sogenannte Kotstuhl, der nach unten hin offene Sedes stercoraria. Auf dem Moebel mit dem irrefuehrenden Namen mussten die neugewaehlten Paepste Platz nehmen und sich dann vom juengsten Mitglied des Kardinal-Kollegiums unter die Soutane greifen lassen - um sicherzustellen, dass es sich bei dem zukuenftigen Pontifex wirklich um einen Mann handelte.

Fand der Gottesmann, wonach er suchte, sprach er die Worte: "Habet testes" (er hat Hoden). Worauf die Kardinaele antworteten: "Deo gratias" (dem Herrn sei Dank).

Dabei waere der skurrile Greiftest - den die katholische Kirche wider besseres Wissen und alle Beweise heute leugnet - bei den meisten Paepsten ueberfluessig gewesen. Denn fast alle hatten schon vor ihrer Wahl bewiesen, dass sie Testes-Traeger waren.

So hatte Benedikt VIII. (1012 bis 1024), der als erster Papst auf den Sedes musste, zahlreiche Kinder von vielen Nonnen sowie seinen zwei blutjungen Nichten. In familia blieb auch Innozenz VIII. (1484 bis 1492), der sich an seinen acht Toechtern ebenso verging wie Julius III. (1550 bis 1555) an seinen zwei Soehnen - zum Lohn fuer ihre sexuellen Frondienste weihte er sie 15-jaehrig zu Kardinaelen.

Zu ihrem Hoehepunkt gelangte die papale Pornokratie unter Alexander VI.
(1492 bis 1503), der den Heiligen Stuhl endgueltig zum Suendenpfuhl machte. Er war ein Unverwuestling sondergleichen, der jede Nacht 25 der formschoensten Freudenmaedchen Roms zu sich befahl. Daneben verfuegte der Papst aus der beruechtigten Familie der Borgias noch ueber genuegend Ausdauer, um mit seiner Kindsbraut Giulia, seiner Tochter Lucrezia sowie deren Mutter und Grossmutter zu konkubieren.


Angaben:
287 S., 13 x 20 cm, kart. (Edition Enfer, 2008)


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