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Lotte in Weimar 13 CDs, Thomas Mann

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914087  Thomas Mann


Lotte in Weimar 13 CDs


Gattung: Hörbuch

Ungekürzte Ausgabe. Gesprochen von Gerd Westphal. Mit der Arbeit an Lotte in Weimar, die Thomas Mann am 11. November 1936, unmittelbar im Anschluß an den dritten Josephband begann, verwirklichte er seinen alten Traum: ... Goethe einmal persönlich wandeln zu lassen. So wird für ihn die Tatsache, daß die unsterbliche Geliebte der Werther-Zeit sich nach 44 Jahren als ehrwürdige Matrone nach Weimar aufmacht, um den Gefährten ihrer Jugendtage wiederzusehen, 'ein buchenswertes Ereignis.


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Mit der Postkutsche, die vor dem Gasthof Zum Elephanten hält, dem ersten Haus am Platze, trifft morgens in aller Frühe Charlotte Kestner mit Tochter und Zofe in Weimar ein. Ihr Ruf, das Urbild der Lotte in „Die Leiden des jungen Werthers“ zu sein - des erfolgreichsten Romans einer Epoche - ist ihr Jahrzehnte vorausgeeilt. Kaum eingetroffen, wird sie in Beschlag genommen. Der zitatenfeste, enthusiastische Kellner Mager stiehlt ihr die Zeit mit seiner Redseligkeit.
Anschließend wird sie von einer jungen irischen Zeichnerin behelligt (eine fahrende Stümperin wird Charlotte sie später nennen), die sich auf das Skizzieren von Berühmtheiten verlegt hat. Und dann geben sich Besucher und Besucherinnen die Klinke in die Hand. Sie wollen - oder müssen - sich vor der Besucherin über Goethe aussprechen: Herr Dr. Riemer, der ehemalige Privatlehrer von Goethes Sohn August von Goethe, ersucht um ein Gespräch. Sodann bittet Adele Schopenhauer, dem Hause Goethes nahe stehend, dringend, vorsprechen zu dürfen. Schließlich kommt Goethes Sohn. Ihrer aller Leben hat Goethe tief beeinflusst, und das nicht immer beglückend, was ja auch für Lotte gilt. Formal sehr elegant, wird der 67-jährige Goethe zunächst nur im Goethebild seiner Umgebung widergespiegelt. Sehr spät, erst im siebenten Kapitel, lernt ihn der Leser selbst kennen. Goethe ist gerade erwacht (mit einer morgendlichen Erektion) und lässt seinen Gedanken freien Lauf. Es folgt ein langer innerer Monolog, der nur unterbrochen wird, wenn Goethe mit seinen Hausangestellten spricht. Sein Sohn überbringt ihm die Nachricht von Charlottes Ankunft. Goethe reagiert ärgerlich: "Konnt' sie sich's nicht verkneifen, die Alte, und mir's nicht ersparen?". Er beschließt - die Nachricht von Charlottes Ankunft hat sich mit Windeseile in der ganzen Stadt verbreitet - sie samt Tochter in größerem Kreis einzuladen. In dieser Tafelrunde wird beklemmend spürbar, wie ein Genie auf seiner Umgebung lasten kann. Der Hausherr fühlt sich verpflichtet, seine Gäste mit Anekdoten und improvisiertem Geplauder zu unterhalten. Unter vier Augen - was doch Charlottes Wunsch gewesen sein wird - spricht Goethe nicht mit ihr. Ein weiteres Treffen mit Charlotte findet nicht statt. Zwei Wochen später ermöglicht Goethe Charlotte einen Theaterbesuch und lässt sie nach der Vorstellung in seiner Kutsche abholen. Während der Fahrt imaginiert Charlotte im Halbschlummer ein Gespräch mit dem nicht anwesenden Goethe, das die Flammen-Metaphorik des Divan-Gedichtes «Selige Sehnsucht» paraphrasiert. 
Das Wagnis, den ganzen weltberühmten Weimarer Kreis zu rekapitulieren, dazu Goethes Leben, sein Verhältnis zu Schiller, die Freiheitskriege, viele seiner Werke und Vorhaben u.a.m., ist dem Autor dank umfassender Vorstudien glänzend gelungen, ironisch, subtil und fulminant. Entstanden ist eine der besten Einführungen in dieses Zentrum der deutschen Geistesgeschichte und ein Goetheporträt, erstellt von einem um 126 Jahre jüngeren Schriftsteller, der ebenfalls erfahren ist im Umgang mit eigenen künstlerischen Welterfolgen. 


Mit der Postkutsche, die vor dem Gasthof Zum Elephanten hält, dem ersten Haus am Platze, trifft morgens in aller Frühe Charlotte Kestner mit Tochter und Zofe in Weimar ein. Ihr Ruf, das Urbild der Lotte in „Die Leiden des jungen Werthers“ zu sein - des erfolgreichsten Romans einer Epoche -, ist ihr Jahrzehnte vorausgeeilt. Kaum eingetroffen, wird sie in Beschlag genommen. Der zitatenfeste, enthusiastische Kellner Mager stiehlt ihr die Zeit mit seiner Redseligkeit. Anschließend wird sie von einer jungen irischen Zeichnerin behelligt (eine fahrende Stümperin wird Charlotte sie später nennen), die sich auf das Skizzieren von Berühmtheiten verlegt hat. Und dann geben sich Besucher und Besucherinnen die Klinke in die Hand. Sie wollen - oder müssen - sich vor der Besucherin über Goethe aussprechen: Herr Dr. Riemer, der ehemalige Privatlehrer von Goethes Sohn August von Goethe, ersucht um ein Gespräch. Sodann bittet Adele Schopenhauer, dem Hause Goethes nahe stehend, dringend, vorsprechen zu dürfen. Schließlich kommt Goethes Sohn. Ihrer aller Leben hat Goethe tief beeinflusst, und das nicht immer beglückend, was ja auch für Lotte gilt. Formal sehr elegant, wird der 67-jährige Goethe zunächst nur im Goethebild seiner Umgebung widergespiegelt. Sehr spät, erst im siebenten Kapitel, lernt ihn der Leser selbst kennen. Goethe ist gerade erwacht (mit einer morgendlichen Erektion) und lässt seinen Gedanken freien Lauf. Es folgt ein langer innerer Monolog, der nur unterbrochen wird, wenn Goethe mit seinen Hausangestellten spricht. Sein Sohn überbringt ihm die Nachricht von Charlottes Ankunft. Goethe reagiert ärgerlich: "Konnt' sie sich's nicht verkneifen, die Alte, und mir's nicht ersparen?".
Er beschließt - die Nachricht von Charlottes Ankunft hat sich mit Windeseile in der ganzen Stadt verbreitet - sie samt Tochter in größerem Kreis einzuladen. In dieser Tafelrunde wird beklemmend spürbar, wie ein Genie auf seiner Umgebung lasten kann. Der Hausherr fühlt sich verpflichtet, seine Gäste mit Anekdoten und improvisiertem Geplauder zu unterhalten. Unter vier Augen - was doch Charlottes Wunsch gewesen sein wird - spricht Goethe nicht mit ihr. Ein weiteres Treffen mit Charlotte findet nicht statt. Zwei Wochen später ermöglicht Goethe Charlotte einen Theaterbesuch und lässt sie nach der Vorstellung in seiner Kutsche abholen. Während der Fahrt imaginiert Charlotte im Halbschlummer ein Gespräch mit dem nicht anwesenden Goethe, das die Flammen-Metaphorik des Divan-Gedichtes «Selige Sehnsucht» paraphrasiert. Das Wagnis, den ganzen weltberühmten Weimarer Kreis zu rekapitulieren, dazu Goethes Leben, sein Verhältnis zu Schiller, die Freiheitskriege, viele seiner Werke und Vorhaben u.a.m., ist dem Autor dank umfassender Vorstudien glänzend gelungen, ironisch, subtil und fulminant.
Entstanden ist eine der besten Einführungen in dieses Zentrum der deutschen Geistesgeschichte und ein Goetheporträt, erstellt von einem um 126 Jahre jüngeren Schriftsteller, der ebenfalls erfahren ist im Umgang mit eigenen künstlerischen Welterfolgen. 



Angaben:
Laufzeit: 16 Stunden (Deutsche Grammophon)


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