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 Corelli
Das Gesamtwerk 10 CDs
Gattung: CD
Sämtliche Sonaten und Konzerte von Arcangelo Corelli. Violinen: Remy Baudet, Sayura Yamagata u.a. Viola: Saas Swiestra u.a. Cello Frank Wakelkamp, Jaap ter Linden u.a., Musica Amphion, Dirigent: Pieter-Jan Belder, Gesamtleitung: Rémy Baudet.
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Aus Rondo Magazin, 28.5.2005:
„Vielleicht müssen es solche Mammut-Projekte sein, um Komponisten wie eben Arcangelo Corelli endgültig aus der musikhistorischen Ecke herauszuholen. Denn aus der schaffte es der Mann aus Fusignano bislang nur saisonal bedingt - wenn allüberall zu Weihnachten sein Concerto Grosso op. 6 Nr. 8 "Fatto per la notte di Natale" ertönt. Natürlich sind zwar auch Corellis Kammer- und Kirchensonaten keine Bücher mit sieben Siegeln. Doch bis heute werden sie en gros unter Wert musiziert, als ein barockes, federleicht-gemütliches Klang-Meublement. Als ob Corelli ein Telemann wäre! Das Ensemble Musica Amphion, das sich aus lauter Alte-Musik-Spezialisten aus Ensembles wie Les Musiciens du Louvre und der Academy of Ancient Music zusammensetzt, rückt in der Gesamteinspielung der Werke Corellis nicht nur vieles wieder gerade. Mit der maßvoll eingesetzten, aber nie ins Konfektionierte umschlagenden Originalklang-Rhetorik entpuppt sich Corellis schmales Œuvre mit seiner improvisatorischen Leichtigkeit und durchdachten Form-Veredelung als erstaunlich facettenreich.
Den Löwenanteil machen die auf fünf Opera-Hefte verteilten Sonaten aus, die vorrangig im viersätzigen Schema Tanzrhythmen mit kompositorischen Verdichtungen bis ins Polyphone hinein kombinieren. Was vielleicht auf den ersten Blick zur zähmassigen Aneinanderkettung von insgesamt 66 Trio-Sonaten geraten müsste, schlägt bei Musica Amphion in eine sich ständig neu präsentierende Möglichkeit der kammermusikalisch geistreichen Unterhaltung um. Zumal allein die virtuosen Auslaufzonen, die hauptsächlich und ganz zeitgemäß der Violine anvertraut sind, nicht auf pure Oberflächen-Brillanz angelegt werden. Allein die 23 Variationen über das berühmte "La Follia"-Thema werden nicht einfach funkelnd und glitzernd eingerahmt, sondern zeigen dank der flexiblen Artikulation substanzreiche Licht- und Schattenspielereien. Gleiches gilt für die zwölf Concerti Grossi, in denen nichts überdehnt werden muss, um Corellis unangestrengt wirkende Balance zwischen Innen und Außen zu rehabilitieren. Wer Corellis bisher eher links liegen gelassen hat, sollte sich nun viel Zeit nehmen..“
Angaben:
DDD (Brilliant Classics)